Gerd Müller Bestattungen · Berlin
Umgang mit Trauer
Keiner muss allein trauern — Tipps für Betroffene und Angehörige.
Trauer ist nicht nur ein persönliches Gefühl
Sie betrifft Freundschaften, Familie, Arbeitsplatz und Alltag. Wer selbst trauert, braucht andere. Wer Angehörige hat, die trauern, fragt sich oft: Was soll ich sagen? Was darf ich tun?
Diese Seite gibt Antworten für alle Beteiligten — für Trauernde, für Freunde, für Kollegen und Arbeitgeber. Denn Trauer ist kein Privatproblem, sie betrifft uns alle.

Trauer in Zahlen
Fühlen sich allein
Rund 80 % der Trauernden fühlen sich in den ersten Monaten allein — obwohl sie umgeben sind. Das ist normal, aber nicht notwendig.
Rechtlicher Anspruch
Für die Beisetzung haben Sie gesetzlich Anspruch auf bis zu 2 Tage bezahlte Freistellung — je nach Tarifvertrag manchmal mehr.
Langfristige Nähe
Ein Anruf nach drei Monaten ist oft wertvoller als jeder Blumenstrauß vor der Beisetzung. Die Einsamkeit kommt danach.
Telefonseelsorge
0800 111 0 111 — rund um die Uhr, anonym, kostenlos. Für Trauernde und alle, die helfen wollen.
„Der größte Fehler ist, Trauer bekämpfen zu wollen. Sie ist kein Gegner — sie hat eine Funktion: Sie verarbeitet den Verlust.“— Gerd Müller Bestattungen
Praktische Selbstfürsorge
Akzeptieren statt bekämpfen
Es ist in Ordnung, schlecht drauf zu sein. Das bedeutet nicht, dass Sie schwach sind. Der eigene Schmerz hat eine Funktion — er verarbeitet den Verlust.
Struktur im Tag
Aufstehen, essen, rausgehen — selbst wenn es nur 10 Minuten sind. Der Tagesrhythmus wirkt gegen das Chaos.
Rituale schaffen
Kerze anzünden, Brief schreiben, Grab besuchen. Rituale geben Halt und Kontinuität in einer Zeit des Umbruchs.
Sich Zeit nehmen
Es gibt keinen Zeitplan. Ein Jahr nach dem Tod ist nicht „genug“ — zwei Jahre auch nicht. Jeder braucht seine eigene Zeit.
Wie kann ich helfen?
Sagen Sie weniger, meinen Sie mehr:
- „Ich bin da. Wann immer du willst.“
- „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Aber ich bin hier.“
- „Wie geht es dir heute?“ — keine große Therapiesitzung, nur echte Frage.
Vermeiden Sie: „Ich weiß, wie du dich fühlst“, „Du musst jetzt stark sein“, „Die Zeit heilt alle Wunden.“
Tun Sie etwas, fragen Sie nicht: Einkaufen, kochen, Wäsche waschen, Rasen mähen. Fragen Sie nicht „Kann ich helfen?“ — tun Sie es.
Ablenkung anbieten: „Komm, wir gehen einen Kaffee trinken“ — nicht, damit er vergisst, sondern damit er Luft bekommt.
Nach Monaten noch fragen: Nach der Beisetzung ist der Trauer oft erst richtig einsam. Ein Anruf nach drei Monaten ist oft wertvoller als jeder Blumenstrauß vorher.
Vermeiden Sie diese Sätze:
- „Ich weiß, wie du dich fühlst.“ — Sie wissen es nicht.
- „Du musst jetzt stark sein.“ — Er muss nichts.
- „Er hätte es nicht so gewollt, dass du trauerst.“ — Wie er es gewollt hätte, weiß niemand.
- „Du bist noch jung. Du wirst jemand Neues finden.“ — Trauer lässt sich nicht ersetzen.
- „Schau nach vorne. Die Zeit heilt alle Wunden.“ — Ein Sprichwort, keine Trostformel.
- „Bei mir ging es damals genauso.“ — Jede Trauer ist anders.
Für Arbeitnehmer: Ein Arzt kann Sie bei schwerer Trauer krankschreiben. Für die Beisetzung haben Sie gesetzlich Anspruch auf bezahlte Freistellung (bis zu 2 Tage). Stufenweise Rückkehr hilft — erst halbtags oder Homeoffice.
Für Arbeitgeber:> Reduzieren Sie die Arbeitsbelastung in den ersten Wochen. Ein „Wie geht es dir heute?“ reicht. Konzentrationsschwäche und Tränen am Arbeitsplatz — das gehört dazu. Nicht sanktionieren, sondern begleiten.
Professionelle Unterstützung in Berlin
Das wichtigste: Sie müssen nicht allein trauern. Berlin bietet viele professionelle und ehrenamtliche Angebote.
Beratung und Therapie
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 — kostenlos, 24 Stunden, anonym.
Trauerberatungsstellen: Berlin hat zahlreiche ambulante Beratungsstellen, oft mit kostenlosem Erstgespräch.
Psychotherapeuten: Bei komplizierter Trauer oder Depression ist die Psychotherapie der richtige Weg.
Selbsthilfe und Gruppen
Trauergruppen: Geteilte Trauer ist halbe Trauer. Selbsthilfegruppen treffen sich regelmäßig in Charlottenburg, Spandau und Neukölln.
Internetforen: Plattformen wie trauer.de bieten anonyme Austauschräume.
Hospiz-Arbeit: Viele Hospize begleiten auch Trauernde nach dem Tod.
Kliniken und Akuthilfe
Charité Berlin: Spezialisierte Ambulanzen für Trauer und Depression.
Psychiatrische Institutsambulanzen (PIA): In jedem Berliner Bezirk erreichbar.
Notfall: 112 oder 116 117 bei akuten Krisen.
Wir vermitteln
Wir kennen gute Trauerberater und Selbsthilfegruppen in Berlin. Rufen Sie uns an — wir vermitteln diskret und einfühlsam.
030 344 43 83 · Tag & Nacht erreichbar.
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